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24.01.2011
[ptb/if] Vor 25 Jahren wurde sie entwickelt und zählt immer noch zu den wichtigsten Uhren der Welt: die primäre Atomuhr CS2 der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Die mit ihr erzeugten Sekundenmarken waren zwischen 1992 und 2010 die Grundlage der gesetzlichen Zeit in Deutschland. Nach 236 Monaten ununterbrochenen Betriebs – unerreicht von irgendeiner anderen Atomuhr weltweit – war nun ihr Vorrat an metallischem Caesium erschöpft, und Anfang September 2010 "blieb sie stehen". Obwohl CS2 schon viele Jahre auf dem Buckel hat, füllten PTB-Mitarbeiter die beiden Atomstrahlöfen der Uhr wieder mit je fünf Gramm Caesium und führten eine Reihe kleiner Modernisierungen aus, um den Betrieb für weitere 20 Jahre zu sichern. Zwar sind die neueren Caesium-Fontänenuhren der PTB mittlerweile deutlich genauer, doch CS2 überzeugt durch ihre Verlässlichkeit und gehört immer noch zu den besten Atomuhren der Welt. Seit Anfang Dezember 2010 tickt CS2 wieder.
In den Händen der PTB-Mitarbeiter Christof Richter und Thomas Leder liegen zwei kleine Caesium-Ampullen, die den Betrieb der Atomuhr CS2 für die nächsten 20 Jahre ermöglichen.
Bild in großer Auflösung herunterladen Das in den Uhren eingesetzte Caesium ist ein Verbrauchsmaterial, denn ein Atom, das einmal zur Bestimmung seiner Resonanzfrequenz eingesetzt wurde, lagert sich an den Wänden oder in den Pumpen des Vakuumsystems ab und ist damit verloren. Nach 236 Monaten ununterbrochenen Betriebs war in CS2 der Vorrat an metallischem Caesium in den beiden Öfen erschöpft. Sollte man CS2 erhalten? Zwar sind die neueren Uhren um mehr als einen Faktor 10 genauer, aber ein viel höherer Aufwand ist nötig, um sie zu betreiben. CS2 dagegen hatte sich als zuverlässig, einfach zu bedienen und langzeitig hinreichend stabil gezeigt. Zumindest als langzeit-stabile Referenzuhr lohnt daher die Fortsetzung ihres Betriebs. Die beiden Caesiumöfen wurden mit je 5 Gramm des nicht-radioaktiven Isotops Caesium133 befüllt. Das entspricht insgesamt etwa 4,5·1022 Atomen und reicht für weitere 20 Jahre. Nach einigen Modernisierungsarbeiten an Elektronik und Signalverteilung tickt CS2 wieder und konnte schon im Dezember 2010 wieder vom BIPM zur Realisierung von UTC verwendet werden.
Absprechpartner:
Dr. Andreas Bauch, Arbeitsgruppe 4.42 Zeitübertragung,
Telefon: (0531) 592-4420
E-Mail: andreas.bauch@ptb.de