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12.09.2008
[PTB] Er wird weltweit der einzige Kernspintomograph der modernen 7-Tesla-Generation sein, an dem auch ein Metrologie-Institut beteiligt ist. Kernspintomographen, die ein Magnetfeld von 7 Tesla nutzen, arbeiten bislang noch nicht im Klinikbetrieb, sondern dienen ausschließlich der Forschung. Weltweit erstmalig soll jetzt auch die Herz-Kreislauf-Forschung an so einem Gerät eine wichtige Rolle spielen. Am 11. September ist der rund sieben Millionen Euro teure und 35 Tonne schwere Kernspintomograph an seinem neuen Standort, dem Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums (MDC) für Molekulare Medizin in Berlin-Buch, angeliefert worden. Im Gegensatz zu den bisher weitgehend üblichen 1,5- und 3-Tesla-Geräten wird sein höheres Magnetfeld für schärfere Bilder und bessere Einblicke in kleinste Strukturen des menschlichen Körpers sorgen. Ziel ist es, in der Herz-, Hirn- und Krebsforschung Krankheitsrisiken und -prozesse sehr früh aufzuspüren. Vor allem die Herzforschung per Kernspintomograph gilt als sehr schwierig und ist mit einem 7-Tesla-Gerät so gut wie komplettes Neuland. So wartet ab Januar 2009, wenn das Gerät vollständig installiert ist, auf die Wissenschaftler der PTB eine anspruchsvolle Aufgabe: Als physikalisch-technische Partner des Gemeinschaftsprojektes sind sie dafür zuständig, das einzigartige Potenzial dieses Tomographen für klinische Anwendungen nutzbar zu machen. Zudem wird die PTB ideale Voraussetzungen vorfinden, um ihre Arbeiten zur Patientensicherheit in Hochfeld-Tomographen und zur Entwicklung neuer Konzepte in der MRT-Bildgebung voranzutreiben. Partner des Projektes sind neben dem Max-Delbrück-Centrum und der PTB noch die Firma Siemens, Konstrukteur des 7-Tesla-Gerätes, und die Charité. Komplettiert wird die neue Ultrahochfeld-MRT-Anlage des ECRC durch ein 9,4-Tesla-Kleintier-MRT der Firma Bruker, das vor drei Wochen ausgeliefert wurde.
Der 32 Tonnen schwere Magnet, Herzstück des Kernspintomographen, wird vom Transporter gehoben.
Der Magnet liegt in seiner Endposition: umgeben von einem Käfig aus insgesamt 250 t Stahl, der später das Magnetfeld nach außen abschirmen wird. Das Loch im Zentrum des Magneten ist die zukünftige Röhre, in die die Patienten geschoben werden.
Die Presseinformation des Max-Delbrück-Zentrums
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Kontakt: Dr. Bernd Ittermann, PTB-Fachbereich 8.1 Medizinische Messtechnik, Tel. (030) 3481 7318, E-Mail: bernd.ittermann@ptb.de