Um die Sicherheit eines Endlagers für nukleare Abfälle abschätzen zu können, ist es wichtig, die Halbwertszeiten der radioaktiven Bestandteile des Atommülls möglichst genau zu kennen. Die Halbwertszeit gibt die Zeitspanne an, nach der die Menge eines radioaktiven Elements auf die Hälfte gesunken und in andere Atome zerfallen ist. Diese Zeitspanne kann je nach der Zusammensetzung des nuklearen Abfalls Jahrzehnte oder auch Jahrmillionen betragen. Eines der Nuklide, die in schwach- und mittelaktiven Abfällen vorkommen, ist das Isotop 79Selen. Bisherige Bestimmungen seiner Halbwertszeit variierten stark zwischen 124 000 Jahren und 1 130 000 Jahren. Um eine genauere Aussage darüber treffen zu können, wie lange nuklearer Abfall, der dieses Isotop enthält, voraussichtlich strahlt, haben sich Forscher verschiedener Institute zusammengeschlossen: Wissenschaftler der PTB in Braunschweig, des Lehrstuhls für Radiochemie der TU München, des Instituts für Transurane in Karlsruhe und des Paul-Scherrer Instituts in Villingen (Schweiz) haben die Halbwertszeit von 79Selen nun neu bestimmt. Sie ermittelten eine Halbwertszeit von 327 000 Jahren, und zwar mit einer deutlich geringeren Messunsicherheit als bei den früheren Messungen. mehr...