Edelgas in Molekülkäfig detektiert Immunprozesse
Mit Magnetresonanztomographie (MRT) Funktionsstörungen von Herz und Hirn ohne Eingriff in den Körper aufzuspüren, ist bereits ein etabliertes Diagnoseverfahren. Nun wollen Wissenschaftler der PTB, Institut Berlin, gemeinsam mit Kollegen der Freien Universität Berlin (FUB) die MRT so "scharfsichtig" machen, dass sogar das Bindungsverhalten einzelner immunologisch wichtiger Moleküle im Körper sichtbar gemacht werden kann. Dies soll durch einen Biosensor gelingen, der unter anderem das Edelgas Xenon enthält, dessen MRT-Signal um mehrere Größenordnungen erhöht werden kann. Da Edelgase für gewöhnlich keine Bindungen eingehen, greifen die Forscher zu einem Trick: Sie sperren das Xenonatom in einen Molekülkäfig und binden diesen an das Oberflächenmolekül einer Immunzelle. Durch das hochempfindliche Xenon kann dann die Abwehrzelle mittels MRT beobachtet werden. Das Verfahren soll in der Diagnostik von Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoider Arthritis oder Multipler Sklerose eingesetzt werden. In der vergangenen Woche ist das Forschungsvorhaben von Lorenz Mitschang (PTB), Wolfgang Kilian (PTB) und Christian Freund (FUB) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Innovationswettbewerbs Medizintechnik prämiert worden. mehr...