Wärmeleitfähigkeit des Meeresbodens messen
Noch im Jahr 2009 könnte die erste deutsche Offshore-Windanlage in Betrieb gehen. Dann werden sich in der Nordsee vor Borkum 12 riesige Windräder drehen, mit je 5 Megawatt Leistung die größten weltweit. Der Strom, den sie erzeugen, wird über eine Trasse von 45 km Länge vorbei an Norderney zum Festland fließen, in zwei bis drei Metern Tiefe im Meeresboden. Neben vielen anderen technischen Herausforderungen, die das ganze Projekt durchaus umstritten machen, musste ein messtechnisches Problem rund um dieses Kabel gelöst werden: Wie ermittelt man die Wärmeleitfähigkeit des Meeresbodens genau genug, um die späteren Einflüsse der Temperatur auf das Kabel vorhersagen zu können? Der Meeresboden enthält große Mengen an Kieselsteinen, die für viele Inhomogenitäten sorgen, und natürlich Wasser, das jede Messung durch Konvektion stört. Nachdem mehrere renommierte Prüfinstitute kapituliert hatten, wandte sich das beauftragte Ingenieurbüro an die Messexperten der PTB. Und die konnten helfen. Mit einem in der PTB entwickelten Verfahren, das sich schon bei einem ähnlichen Messeinsatz an Flusssedimenten im Spreewald bewährt hatte, maßen sie die Wärmeleitfähigkeit des bereitgestellten Meeresbodens mit der erforderlichen Genauigkeit. Das Gerät ist universell einsetzbar. Ein Messgerätehersteller bringt es demnächst in Lizenz auf den Markt. Zunächst wird es vom 26. bis 28. Mai 2009 auf der Messe Sensor&Test in Nürnberg auf dem PTB-Stand (Halle 12, Stand 582) vorgestellt. mehr...