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Physikalisch-Technische Bundesanstalt

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Rückführung

Der Stille-Post-Effekt: Da geht eine Nachricht von Ohr zu Ohr, und schon sehr bald verändert sie sich bis zur Unkenntlichkeit. So etwas kann bei allen Dingen passieren, die von einer Etappe zur nächsten weitergereicht werden. Im Messwesen wäre dies fatal. Zum Beispiel hat sich alle Welt darauf geeinigt, die Masse mit Hilfe der genau definierten Einheit Kilogramm zu messen. Das Ur-Kilogramm (als einzige SI-Basiseinheit noch ein schlichter fester Körper) ruht unter einer Glasglocke im "Bureau International des Poids et Mesures" (BIPM) bei Paris. Kopien davon hüten die nationalen Metrologie-Institute. Und auch von diesen werden Kopien gemacht, weitergereicht, wieder kopiert und so weiter. So geht jedes Masse-Normal letztlich auf das Pariser Ur-Kilogramm zurück – vorausgesetzt, es sind nicht irgendwann Fehler beim Kopieren aufgetreten und weiter gegeben worden – der Stille-Post-Effekt.

Wege zur Rückführung von Messungen

Wege zur Rückführung von Messungen

Um ihn zu vermeiden, wird bei jedem Kopier-Schritt penibel kontrolliert, ob die beiden Normale sich wirklich gleichen. Und auch später zeigen regelmäßige Stichproben, ob die beiden Körper sich verändert haben. So entsteht eine ganze Hierarchie von Normalen, die sich nur minimal unterscheiden. Und deswegen kann jeder, der ein Messgerät kalibrieren lassen will (und nicht extrem hohe Anforderungen an dessen Messgenauigkeit stellt), dafür auch ein Normal der unteren Kategorien verwenden. Gibt das Messgerät dessen Daten genau genug wieder, dann ist damit auch die Rückführung auf das nationale – und letztlich bis hin zum internationalen Normal – erwiesen.

Je nach Gesetzeslage gibt es zwei Wege der Rückführung, die beide zum BIPM führen: den Weg der Kalibrierung oder – bei allen Messgeräten, die dem Eichgesetz unterliegen – den Weg der Eichung.


© Physikalisch-Technische Bundesanstalt, letzte Änderung: 2011-11-17, WEB-Redaktion Seite drucken DruckansichtPDF-Export PDF