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Physikalisch-Technische Bundesanstalt

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Normale

Messen heißt Vergleichen: Ein Messgerät vergleicht etwas Unbekanntes mit etwas Bekanntem. Will man nun ein Messgerät – per Kalibrierung – überprüfen, folgt man demselben Prinzip. Man lässt es ein Objekt ausmessen, dessen Maße schon bekannt sind. Zeigt das Messgerät denselben Wert an – oder einen Wert, der innerhalb eines bestimmten tolerierbaren Bereiches liegt – dann steht dem Kalibrierschein nichts mehr im Wege. Das bekannte Objekt heißt in der Sprache der Metrologie ein "Normal". Solche Vergleichsobjekte können höchst unterschiedlich aussehen, wie ein Blick auf die Abbildungen unter diesem Text zeigen.

Die Hierarchie der Normale

Normal ist nicht gleich Normal – aber fast. Denn die verschiedenen Normale innerhalb der Kalibrier-Hierarchie werden regelmäßig nach einem festen Schema miteinander verglichen. Ganz unten in der Hierarchie stehen die vielen Gebrauchsnormale der Industrie. Das sind in den meisten Fällen schlicht Messgeräte wie z. B. Messschieber, Messschrauben oder Messuhren. Weil sie sich durch den ständigen Gebrauch abnutzen, müssen sie regelmäßig an ein Bezugsnormal angeschlossen werden. Im Fall der Längenmessung ist das ein Satz Parallel-Endmaße, die geschützt in einem Schrank aufbewahrt und nur für solche Kalibrierzwecke herausgeholt werden. Der Name Bezugsnormal bedeutet nur, dass dieser Satz Parallel-Endmaße wiederum regelmäßig an sein Gegenstück in der nächsthöheren Hierarchiestufe angeschlossen wird. Das kann durchaus wieder ein Gebrauchsnormal sein, das in Verbindung zum nächsten Bezugsnormal steht – und so weiter. Ganz am Ende der geschlossenen Kette steht das nationale Normal – im Fall der Längenmessung ein Laser, der in der PTB aufbewahrt wird. Für jede Größe gibt es hier Normale. Diese werden wiederum ständig mit den entsprechenden Normalen in den metrologischen Staatsinstituten anderer Länder verglichen.

Je wichtiger die internationalen Kontakte zwischen einzelnen Firmen werden, desto häufiger taucht auch die Frage auf: Verwenden wir eigentlich dieselben Maße – und arbeiten unsere Messgeräte ähnlich genau? So ist es nicht verwunderlich, dass die Rückführung auf die nationalen Normale mehr und mehr zum "Normalfall" wird. Die Frage, auf welcher Stufe in der Kalibrier-Hierarchie man "einsteigt", wird wesentlich davon bestimmt, welche Messgenauigkeit erzielt werden soll. Die Faustregel: Je weiter unten, desto mehr Vergleichsschritte zwischen den Normalen sind bereits abgelaufen. Das Normal ist ungenauer – aber die Kalibrierung in der Regel preiswerter und schneller, weil weniger aufwendig.

  • Einige Bezugsnormale der PTB. Bitte anklicken für vergrößerte Darstellung.
  • Einige Bezugsnormale der PTB. Bitte anklicken für vergrößerte Darstellung.
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Einige Bezugsnormale der PTB. Die Bilder für eine vergrößerte Darstellung bitte anklicken.


© Physikalisch-Technische Bundesanstalt, letzte Änderung: 2011-11-17, WEB-Redaktion Seite drucken DruckansichtPDF-Export PDF