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Deutsch-russische Märkte rücken enger zusammen

Prof. Ernst O. Göbel und sein russischer Kollege M. Sergey A. Kononogov bei der Vertragsunterzeichnung.

Russland ist ein wichtiger Handelspartner für Deutschland – beispielsweise einer der größten Lieferanten von Erdgas. Die gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen wurden im jahr 2003 noch enger. Dafür sorgte ein Memorandum of Understanding (MoU), das Prof. Dr. Ernst O. Göbel, Präsident der PTB, und Dr. M. Sergey A. Kononogov, der Direktor des russischen Metrologie-Instites (VNIIMS), anlässlich der 22. Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM) unterzeichneten.

Die Zahlen waren schon damals gigantisch: Rund 36 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Wert von etwa 5 Milliarden Euro flossen pro Jahr von Russland nach Deutschland. Für die Abwicklung der Importe und die Verteilung des Erdgases waren ca. 5000 Großzähler in der Industrie sowie etwa 13 Millionen Haushaltsgaszähler im Einsatz. Seit dem Abkommen ist es nicht mehr zwingend erforderlich, dass ein neues Messgerät, das in Russland bereits zugelassen ist, auch in der PTB noch einmal einer Zulassungsprüfung unterzogen wird – und umgekehrt. Die beiden Staatsinstitute haben beschlossen, die Bauartzulassungen auf freiwilliger Basis wechselseitig anzuerkennen. Grundlage der Anerkennungen sind internationale Empfehlungen der OIML (Internationale Organisation für gesetzliches Messwesen) sowie der europäischen Messgeräte-Richtlinie (MID).

Das Abkommen ermöglichte der deutschen Messgeräteindustrie, einer der exportstärksten der Welt, einen schnelleren und vermutlich auch preiswerteren Zugang zum russischen Markt.

© Physikalisch-Technische Bundesanstalt, letzte Änderung: 2011-11-17, WEB-Redaktion Seite drucken DruckansichtPDF-Export PDF