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Physikalisch-Technische Bundesanstalt

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Gehörgangssonde misst am Trommelfell

Die Messung von otoakustischen Emissionen (OAE) im Ohr ist ein Mittel zur objektiven Hördiagnostik (z. B. bei Kleinkindern), mit dem die Funktion des Innenohrs (Cochlea) überprüft wird. OAE sind aktive akustische Aussendungen der Cochlea, die - entgegen der Richtung des Schalls, der zur Schallwahrnehmung führt - über Gehörknöchelchen und Trommelfell in den Gehörgang gelangen und dort mithilfe hochempfindlicher Messmikrofone aufgenommen werden können. Sie sind bei ca. 97 % der Menschen nachweisbar. Die Eigenschaften des menschlichen Gehörgangs sind jedoch individuell derart verschieden, dass zur Messung der OAE der Schalldruck nur sehr ungenau bestimmt werden kann. Die Erfindung der PTB besteht aus einer Gehörgangssonde mit variabler Mikrofonpositionierung und veränderbarer akustischer Impedanz, die durch verschiedene, z. B. mikromechanische oder mikropneumatische Stelleinrichtungen der Sonde variiert werden können. Aus zusätzlichen Messungen außerhalb des Gehörgangs lassen sich zunächst die Quell-Impedanz und der Leerlauf-Schalldruck der Gehörgangssonde rechnerisch bestimmen. Mittels weiterer Messungen mit der Sonde im Gehörgang können dann auch der otoakustischen Emission die Eigenschaften Quell-Impedanz und Leerlauf-Schalldruck zugeordnet werden. Die Erfindung dient einer sichereren und genaueren Ermittlung des Hörempfindens von Patienten.

Ansprechpartner:

Johannes Hensel
Fachbereich 1.6 Schall
Telefon: (0531) 592-1519
E-Mail: johannes.hensel@ptb.de


© Physikalisch-Technische Bundesanstalt, letzte Änderung: 2013-03-12, Volker Großmann Seite drucken DruckansichtPDF-Export PDF