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Physikalisch-Technische Bundesanstalt

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Europäisches Netzwerk unterirdischer Laboratorien

Die PTB unterzeichnete ein Kooperationsabkommen für ein Netzwerk europäischer Laboratorien, die Zugang zu unterirdischen Messplätzen für ultraniedrige Radioaktivität- und Dosismessungen haben.

Collaboration of European Low-level underground Laboratories

Die Messungen sehr niedriger Zählraten aus radioaktiven Zerfällen in der Grundlagenphysik, für technologische Anwendungen und in den biomedizinischen Wissenschaften benötigen eine möglichst strahlungsfreie Umgebung. Der an der Erdoberfläche vorhandene Untergrund kosmischer Strahlung, hauptsächlich von Myonen, kann bestmöglich in unterirdischen Experimenten unterdrückt werden. Dazu betreibt die PTB ein Untergrundlabor im Salzbergwerk Asse, nahe ihrem Standort in Braunschweig. In einer Tiefe von 925 m sind in einer reinen Steinsalzumgebung nur geringste spezifische Aktivitäten natürlicher Radionuklide wie beispielsweise 40K vorhanden. Damit ist hier die Umgebungsdosis gegenüber der Oberfläche auf etwa 1 % reduziert, der Myonenfluss sogar um mehr als fünf Größenordnungen. Er kann daher für die meisten Anwendungen vernachlässigt werden. Das PTB-Labor hat in der Vergangenheit erfolgreich an mehreren internationalen Vergleichen höchstempfindlicher Detektorsysteme teilgenommen. Es besitzt Messmöglichkeiten zur Kalibrierung der Dosis und von Dosisratenmessgeräten bei geringsten Dosisraten. Zugleich kann im Untergrundlabor über abgeschirmte Germaniumdetektorsysteme auch niedrige Radioaktivität mit einem gamma-Strahlungsspektrometer gemessen werden.

Zusammen mit der PTB haben jetzt die sieben Institute IRMM (Belgien), IAEA (Österreich), LN Gran Sasso (Italien), LSCE (Frankreich), Universität von Island, MPI Heidelberg und VKTA Rossendorf (Deutschland) eine Vereinigung europäischer Untergrundlabors ãCELLARÒ (Collaboration of European Low-level underground Laboratories) gegründet. Der Verbund soll neue Untersuchungen in angewandter Physik stimulieren, Messprogramme und Vergleichsmessungen koordinieren sowie den Zugang zu Untergrundlaboratorien für Wissenschaft und Industrie erleichtern.

Ansprechpartner:

Abteilung 6.32
Telefon: 0531-592-6320

© Physikalisch-Technische Bundesanstalt, letzte Änderung: 2011-11-17, Volker Großmann Seite drucken DruckansichtPDF-Export PDF