Autorin: Ilka Flegel

Geschrieben steht: „Im Anfang war das Wort!“
Hier stock’ ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
Ich muss es anders übersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
Dass deine Feder sich nicht übereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, dass ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! Auf einmal seh’ ich Rat
Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!
J. W. v. Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil.
Aus der Szene: Studierzimmer 1
Montagmorgen, 6:30 Uhr, der Radiowecker geht an. Sie schwingen die Beine über die Bettkante und stolpern ins Bad. Sie tasten nach dem Lichtschalter. Müde betrachten Sie Ihr Spiegelbild im Lampenlicht. Woran Sie in diesem Moment wohl kaum denken: Allein in dieser ersten Minute Ihres Tages haben Sie schon mit drei fundamentalen Naturkräften Bekanntschaft gemacht; beziehungsweise, falls die Sonne schon aufgegangen ist, sogar mit allen vier! Bevor Sie zur Zahnbürste greifen, halten Sie einen Moment inne und lassen das enge Geflecht von Naturkräften, das uns und unsere Welt regiert, auf sich wirken.
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