
Autorin: Andrea Hoferichter
Mein Auto gleitet durch den sonnengesprenkelten PTB-Wald wie die Enterprise durch einen Sternenschwarm. In der hintersten Ecke taucht endlich der Chadwick-Bau auf, Herberge der Teilchenbeschleuniger und Arbeitsplatz von Helmut Eggestein. Der sitzt vor einer übermannshohen Wand aus Knöpfen, Schaltern, Lämpchen und Monitoren, über die grüne Kurven und weiße Punkte flimmern. Darüber zwei große Flachbildfernseher, auf denen Bilder von den Überwachungskameras in der benachbarten Messhalle zu sehen sind. „Die Leitzentrale unseres Van-de-Graaff-Beschleunigers“, kommentiert er das High-tech-Arrangement. Eggestein ist einer von vier Maschinisten oder „Operateuren“, wie sie hier heißen. Und der Mann, der heute die Frühschicht übernimmt.
Gerade ist der Raum leer und auf Eggesteins TV-Schirm nur das meterlange, stählerne Strahlrohr zu sehen. Darin düsen elektrisch geladene Teilchen, die mit Millionen Volt auf Hochgeschwindigkeit gebracht werden. Warp 5 erreichen sie zwar nicht, doch zig-mal schneller als der Schall sind sie allemal. Mit ihren hohen Geschwindigkeiten schlagen sie am Ende des Strahlrohrs Neutronen aus den Atomkernen eines „Targets“, das zum Beispiel aus dem Wasserstoffisotop Deuterium bestehen kann, das schwerer als gewöhnlicher Wasserstoff ist, oder aus dem chemischen Element Beryllium. Die Neutronen werden unter anderem für Untersuchungen zu Strahlenbelastungen bei Flügen oder zu Neutronen-Krebstherapien gebraucht.
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