
Autorin: Erika Schow
Eine düstere, fast surreal wirkende Halle empfängt die Besucher (etwa 20 sind es schon, obwohl der „Tag der offenen Tür“ gerade erst angefangen hat). Sie staunen in den riesigen Raum hinein, der von den Ausmaßen her eine Turnhalle sein könnte. Aber hier gibt es gar keine Fenster, die wenigen Lampen spenden nur ein kümmerliches Licht. Und über die Ohren legt sich ein watteähnliches Gefühl, alle Laute klingen viel dumpfer als gewohnt. „Ist das der schalltote Raum?“ fragt eine Frau und beschaut sich vorsichtig die spitzen grauen Dinger, die aus den Wänden ragen. Selbst von der Decke hängen sie dicht an dicht, eine seltsame Buckellandschaft bildend. „Nein, hier wird nicht Schall geschluckt, sondern elektromagnetische Strahlung“, erklärt ein Mann im Anzug, der sich gerade an ihr vorbeidrückt und eine Ecke ansteuert, wo ein Versuch aufgebaut ist. Dann begrüßt er die Gruppe, stellt sich als Thomas Kleine-Ostmann vor, Leiter der PTB-Arbeitsgruppe „Elektromagnetische Felder“, und lüftet als erstes das Geheimnis um die grauen Schaumstoffkegel. „Wir messen hier elektromagnetische Strahlung, genauer Mikrowellen- und Terahertzstrahlung. Das ist quasi Licht, wenn auch nicht sichtbar und mit viel längeren Wellenlängen, etwa einen Millimeter bis einen Meter“ – er zeigt es mit den Händen. „Aber genau wie Licht kann Mikrowellenstrahlung von einer Wand reflektiert werden. Reflexionen können wir für unsere Messungen nicht gebrauchen, darum sollen diese Schaumstoff-Absorber die Wellen gewissermaßen verschlucken“. Dann ist er schon voll in Fahrt und erläutert weitere Eigenschaften von Mikrowellen – etwa, dass sie sich wie Licht beugen lassen. Er demonstriert das mit Hilfe eines Senders und einer selbstgebastelten Antenne aus zwei Drähten. Daran ist ein winziges Lämpchen angebracht, das folgsam aufleuchtet, wenn die Konstruktion ins Mikrowellenfeld gerät. Dann hebt er mit zwei Händen ein urtümlich wirkendes Gebilde in die Höhe und zeigt, wie Mikrowellen mit Hilfe einer solchen Paraffin-Linse gebündelt werden können.
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