
Autorin: Erika Schow
Natürlich, so sieht er aus: Grauweiße Haare umwallen den Kopf, die Augen schweifen unstet in unbekannte Regionen. Einmal angesprochen, zuckt er zusammen, kehrt zurück in die Gegenwart – und wird jäh zum Witzbold, der die Gesellschaft gerne unterhält, ja mit kindlichen Späßen (Zunge raus!) auf die Probe stellt. Dies ist ein Wissenschaftler, wie er im Buche steht. Genauso sehen ihn amerikanische High-School-Absolventen, die man in einer Umfrage nach den typischen Merkmalen eines Forschers gefragt hat. Alles klar: Einstein, der populäre Wissenschaftler schlechthin.
Populärer Wissenschaftler mit Nobelpreis, das wäre mein Wunschberuf. Ob sich das mit ausreichend Zielstrebigkeit wohl erreichen lässt? Fangen wir beim Einfachsten an, dem äußeren Erscheinungsbild, etwa der weißen Mähne. Natürlich legt sie den Berufsweg noch nicht eindeutig fest (bildender Künstler oder Dirigent wären auch noch möglich), aber immerhin: ein Start. Allerdings mit einem Schönheitsfehler: Ich bin eine Frau. Wer würde bemerken, dass sich bei mir eine grundlegende Wandlung hin zur Wissenschaft vollzogen hat, wenn ich eines Tages mit weiß gebleichtem, wallendem Haar bei meinen Freunden erschiene. Ich fürchte fast, gerade die Naturwissenschaftler unter ihnen würden überhaupt nichts bemerken.
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