
Autor: Jens Simon
Eine Geschichte von vier nackten Männern und einer Horde betrunkener Seeleute
Zum großen Glück funktioniert die Welt, auch ohne dass wir sie verstehen. Hier sind jetzt gar nicht einmal die hohe Politik weiser Kabinettsentscheidungen, das wundersame Börsengeschehen wild zuckender Aktienkurven oder die gelegentlich aufblitzende Spielstärke der Fußballnationalmannschaft gemeint. Nein, so schwierig und verwoben müssen die Dinge gar nicht sein, um einem das eigene Unwissen und die fehlende Einsicht in die tieferen Zusamenhänge zu demonstrieren. In den meisten Fällen genügt ein klitzekleiner Begriff, um uns an den Rand der Ratlosigkeit zu führen. Dies zumindest dann, sobald wir anfangen, über den Begriff und seine Bedeutung nachzudenken. Aus der großen Begriffsurne haben wir heute – ohne Zurücklegen – die „Temperatur“ gezogen. Auf den ersten Blick: ein Allerweltsbegriff. Schließlich haben wir ein gutes Gefühl dafür, wann uns die Außentemperatur eher zu Pullover oder T-Shirt greifen lässt, ob die Suppe jetzt doch noch zu heiß ist, um sie auszulöffeln, oder wann es hinter der fiebrigen Stirn auf die 40 zugeht. Aber bei all dem zeigt sich die Temperatur nur wie ein Model auf einer Modenschau: in immer neuen, mal mehr, mal weniger Kleidern. Dabei würden wir einmal gerne unter den Stoff gucken, einmal nackte Haut sehen. Und wo ließe sich das besser als in der Sauna. Also: Schnappen wir uns die Handtücher und rein in die Hitze!
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