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Physikalisch-Technische Bundesanstalt

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maßstäbe Heft 9
Die Gradmesser
 

Das wohltemperierte Labor

Autorin: Brigitte Röthlein

Ohne konstante Umweltbedingungen gibt es keine Präzisionsmessungen. Jens Flügge und seinem Team in der PTB ist deshalb kein Aufwand zu hoch, um die Temperatur in ihrem Labor auf einem stabilen Wert zu halten.

Eigentlich ist dieser Block zu dünn“, sagt Jens Flügge und deutet auf einen sechs Tonnen schweren, 70 Zentimeter dicken und zwei Meter langen Granitblock in seinem Labor, der als Führungsschiene für einen Aluminiumschlitten dient. „Er wird bei Bewegungen des Schlittens etwas verbogen und verfälscht dadurch unsere Messungen. Wir müssen das nachmessen und anschließend rechnerisch korrigieren.“ Tatsächlich verbiegt sich der Steinblock, auf dem auch die Messapparatur montiert ist, aufgrund der geänderten Schwerkraft in der Mitte lediglich um drei bis vier Nanometer. Aber das stört bereits, denn Flügge und sein Team messen mit einer für den Außenstehenden schier unfassbaren Genauig-keit. Das ist auch nötig, denn sie prüfen die Standards für extrem exakt arbeitende Maschinen und Anlagenteile in der Industrie – beispielsweise für die lithographischen Masken der Chiphersteller. Da kommt es auf den Nanometer an, und deshalb schalten Flügge und seine Mitarbeiter in ihrem Labor für Längenteilungen alle Einflüsse aus, die die Messungen verfälschen oder stören könnten. Andernfalls würde der Nano-meterkomparator, so der fachliche Terminus der Anlage, seinem Namen auch nicht gerecht werden können.

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© Physikalisch-Technische Bundesanstalt, letzte Änderung: 2011-11-17, WEB-Redaktion Seite drucken DruckansichtPDF-Export PDF