
Autor: Uwe Reinermann
Ich musste kurz eingenickt sein. Ich lag auf der Couch. Es war einlullend warm und bequem, nicht so nebelkalt wie auf Freuds west-östlichem Diwan im Londoner Exil. Probeliegen, fiel mir ein, doch brauchte ich eine Weile, bis mir klar wurde, dass ich nicht im Möbelgeschäft war. Das kommt davon, wenn man als Zeitungsleser immer von diesen Prospekten molestiert wird. Schräg hinter mir summte sanft die Stimme der Psychoanalytikerin, denn eigentlich war sie es, die erzählte, und jetzt wusste ich auch wieder, was ich hier wollte. Es war schwer genug gewesen, eine ausgewiesene Therapeutin der Fachrichtung Psychoanalyse aufzutreiben. Sicher, man hätte einfach bei seiner Krankenkasse nachfragen können, schließlich ist seit 1999 Psychoanalytiker ein geschützter Beruf. Aber als Scheinpatient?
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