
Autorin: Ute Kehse
Die Feinstrukturkonstante Alpha ist der Topkandidat bei der Suche nach veränderlichen Naturkonstanten. Kernphysiker fahnden in einem einst aktiven natürlichen Reaktor, Astronomen im Licht weit entfernter Galaxien nach Belegen dafür, dass sich Alpha geändert hat und somit vor Urzeiten die Atome anders aufgebaut waren.
Alpha ist keine schöne Zahl: 0,007 297 352 568 oder ungefähr 1/137. Solche krummen Werte lassen das Herz eines Physikers nicht gerade höher schlagen. Und doch: Bei den Theoretikern ist die Feinstrukturkonstante äußerst beliebt: Sie sei eine „magische Zahl“, schrieb zum Beispiel der Nobelpreisträger Richard Feynman. Auch für den Kosmologen John Barrow von der Universität Cambridge hat sie einen „legendären Status“. Kein Wunder: Von Alpha – genauer gesagt, von Alphas Unveränderlichkeit – hängt nichts weniger als das Schicksal der Physik ab. Sollte Alpha sich als veränderlich erweisen, dann wäre das unter anderem ein Hinweis für eine Physik jenseits des Standardmodells, mit einem Universum mit mehr als vier Dimensionen. Aber es wäre noch viel mehr: Das ganze Weltbild der Physiker würde ins Wanken geraten. Was bisher als unveränderlich gegolten hat, ist es vielleicht gar nicht – eine atemberaubende Vorstellung. „Es geht nur um winzige Abweichungen“, erklärt der Hamburger Astrophysiker Dieter Reimers. „Doch jede noch so kleine Veränderung von Alpha wäre eine Sensation.“
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