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Physikalisch-Technische Bundesanstalt

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maßstäbe Heft 6
Zeitgeschichten
 

Zeit ist Ort

Autor: Rainer Scharf

Mit 250 Stundenkilometern rast der ICE durch die Nacht. Ich bin irgendwo auf der Strecke zwischen Frankfurt und Köln. Und jetzt wüsste ich gerne, zu welchem Ort die Lichter da draußen gehören. Nun, für den geübten Dreisatzrechner ist das kein Problem: Ein Blick auf die Uhr (wie lange sind wir schon unterwegs?), ein Blick in den Fahrplan (wann ist der Zug wo zu erwarten?), ein wenig Kopfrechnen - und die Sache ist klar: Es muss Limburg sein. Mit Hilfe der Zeit den Ort zu ermitteln hat schon vielen Reisenden geholfen - von den Seefahrern des achtzehnten Jahrhunderts bis zu denjenigen, die heutzutage einen GPS-Empfänger im Auto haben.

Das Problem begann, wenn ein Seefahrer das Land nicht mehr sehen konnte. Dann musste er sich an den Längen- und Breitengraden orientieren. Den Breitengrad zu bestimmen, auf dem sich das Schiff gerade befand, war ja noch einfach. Schon im 15. Jahrhundert schafften portugiesische Seefahrer dies anhand der Höhe des Polarsterns über dem Horizont. Oder sie maßen zur Mittagszeit die Höhe der Sonne und schauten dann den Breitengrad in einer Tabelle nach. Heute kann man auf diese Weise die Nord-Süd-Position eines Schiffes auf einige hundert Meter genau ermitteln.

Mehr über GPS und Satelliten lesen Sie in den gedruckten maßstäbe.

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© Physikalisch-Technische Bundesanstalt, letzte Änderung: 2011-11-17, WEB-Redaktion Seite drucken DruckansichtPDF-Export PDF