
Autoin: Erika Schow
Seit eh und je liefert die Erde den Menschen ihren Rhythmus: Die Zeitspanne, die sie braucht, um sich einmal um sich selbst zu drehen, nennen wir Tag. Für kleinere Zeitintervalle liefert uns die Erde jedoch keine Hinweise. Die Menschen mussten eine willkürliche, aber möglichst praktische Unterteilung finden. Unser heutiges System geht vermutlich zurück auf das Sexagesimalsystem der Sumerer (ca. 3000 v. Chr.) mit der Zahl 60 als Basis: 1 Tag = 24 Stunden (2 · 12) = 1440 Minuten (2 · 12 · 60) = 86 400 Sekunden (2 · 12 · 60 · 60). Das Zwölfersystem (auch 60 sind ja fünfmal zwölf) hat sich auch deswegen neben dem sonst üblichen Zehnersystem bei anderen Einheiten erhalten, weil die Zwölf sich besser unterteilen lässt.
Im Mittelalter grübelten die Menschen erneut darüber nach, wie man den Tag unterteilen kann, und machten diverse fantasievolle Vorschläge dazu. Beispielsweise schlug Beda vor, die Stunde in 4 punctos oder 10 minuta oder 15 partes oder 40 momenta zu unterteilen. Doch schließlich setzte sich die Idee der Sumerer wieder durch. Das System passte am besten zur neu entwickelten mechanischen Uhr. (Die Wissenschaftler wissen nicht exakt, wann sie entstand. Soweit sind sie aber einig: Es war nicht vor 1270 und nicht nach 1320.) Und vermutlich seit dem Jahr 1345 heißt es endgültig (und zwar auch unter diesen Namen): Eine Stunde sind 60 Minuten à 60 Sekunden. Wann genau die Namen entstanden sind, weiß man nicht. Aber man kennt ihre sprachliche Herkunft aus dem Altgermanischen und Mittelhochdeutschen (stunde, stunt: Zeitabschnitt) beziehungsweise aus dem Lateinischen (minutus: sehr klein, secundus: der Reihe nach folgend).
Wie macht man Stunden, Minuten und Sekunden? Das erfahren Sie in den gedruckten maßstäben.
Druckansicht,