
Autor: Jan Oliver Löfken
Wieviel Information passt in eine Sekunde? Zurzeit: 136 800 Milliarden Rechenschritte eines ganz bestimmten Typs, genannt Fließkommazahlen-Operationen, kurz: Flops. Mit seinen etwa 137 Teraflops ist BlueGene/L in Kalifornien der schnellste Rechner der Welt. Stand: Sommer 2005. Aber der nächste Konkurrent steht schon in den Startlöchern. Denn die Superrechner (oder vielmehr deren Konstrukteure) liefern sich einen atemlosen Wettlauf. Alle sechs Monate wechselt die Spitzenposition in der Top-500-Liste der Supercomputer.
BlueGene/L wurde am Lawrence Livermore National Laboratory in Zusammenarbeit mit IBM gebaut. Er dient unter anderem dazu, die Abläufe bei der Protein-Faltung zu simulieren und so bei der Suche nach neuen Medikamenten zu helfen. Simulationen sind die Hauptaufgabe der Supercomputer. Als vor rund 30 Jahren der erste von ihnen auf den Markt kam - die legendäre Cray 1 -, stürzten sich vor allem Meteorologen und Klimaforscher darauf, um ihre Wettervorhersagen zu verbessern oder die Auswirkungen des Treibhauseffekts abzuschätzen. Heute erobern Simulationen immer neue Disziplinen. Supercomputer imitieren Crash-Tests oder Strömungen um Flugzeugflügel und machen damit aufwendige Messreihen oder teure Prototypen überflüssig. Sie liefern Informationen über die Elektronenbewegungen in neuen Quantenmaterialien oder über die molekularen Abläufe bei chemischen und biologischen Reaktionen und helfen den Wissenschaftlern abzuschätzen, ob sich weitere, zeitintensive Experimente überhaupt lohnen.
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