
Autor: Axel Tillemans
Nachdem Gott das Universum und die physikalischen Elementarteilchen erschaffen hatte, fiel ihm auf, dass alle Teilchen mit Lichtgeschwindigkeit durch das Weltall rasten. Er hatte nämlich vergessen, sie schwer zu machen. Und als brave Teilchen gehorchten sie der Relativitätstheorie, die masselosen Teilchen verbietet, sich langsamer als das Licht zu bewegen. Also übergab Gott seinem Lieblingsteilchen Masse und beauftragte es damit, sie gerecht unter den Teilchen zu verteilen. Den eigenwilligen Gerechtigkeitssinn dieses Higgs-Teilchens können die Physiker bis heute nicht nachvollziehen.
Denn beispielsweise bekamen die Photonen - das sind die Teilchen, aus denen das Licht besteht und die die elektromagnetische Kraft übertragen – überhaupt keine Masse ab. Dagegen sind die exotischen Top-Quarks mehr als 300 000-mal so schwer wie Elektronen, die selbst etwa ein Zweitausendstel der Masse eines Wasserstoffatoms besitzen. Und Neutrinos, die unter anderem beim radioaktiven Zerfall eine Rolle spielen, sind mindestens 150 000-mal leichter als Elektronen. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das Higgs-Teilchen das Motto "An sich selbst denkt das kluge Teilchen zuerst" sehr ernst nahm und für sich selbst mindestens die zweitgrößte Masse behielt.
In den gedruckten maßstäben erfahren Sie wie egoistisch das Teilchen wirklich war.
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