
Autor: Jan Oliver Löfken
Pechschwarze, federleichte Flocken - so sehen die großen Hoffnungsträger der Nanotechnologie aus: Nanoröhrchen aus Kohlenstoff. Ein einziges Gramm von ihnen füllt ein ganzes Weinglas. Was dieses Häufchen Ruß zu bieten hat, erkennt man unter dem Mikroskop, bei einem Vergrößerungsfaktor von rund 100 Millionen: Die Milliarden von Röhrchen haben eine sehr elegante Struktur, sind Atom für Atom angeordnet in regelmäßigen, wabenförmigen Gerüsten.
Es begann 1991, als das Fußballmolekül C60 - auch Fulleren genannt - gerade groß in Mode war. Zwar wusste man noch gar nicht, was man damit tun konnte, aber immerhin hatte man damit eine dritte Form der Kohlenstoffs entdeckt (neben Diamant und Graphit), die sich in eindrucksvoller Schönheit präsentierte. In diese Stimmung platzte die Entwicklung der Nanoröhrchen im Labor von Sumio Iijima bei der japanischen Firma NEC in der Nähe von Tokio. Und seitdem geht es rund: Forscher überall auf der Welt präsentieren einen "Durchbruch" nach dem anderen. Transistor, Wirkstoff-Sensor, Tumorkiller, High-Tech-Faser - das Nanoröhrchen kann alles. Darauf vertrauen zumindest Forscher und Investoren. So jagt derzeit eine Nano-Konferenz die andere und die Geldgeber aus Industrie und Politik stecken Milliardenbeträge in die Entwicklung.
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