
Autorin: Andrea Hoferichter
Ursprünglich sollten Gassensoren explosive Gemische aus Erdgas und Luftsauerstoff aufspüren und damit Schlimmes verhindern. Inzwischen erkennen ausgeklügelte Sensor-Arrangements zuverlässig diverse Lösungsmittel, ranziges Öl und sogar Substanzen, die wir gar nicht riechen können. Doch wenn es um komplexe Düfte wie die von Kaffee oder Parfüm geht, ist unsere Nase unbestritten die Nummer Eins.
Im Besprechungsraum duftet es ganz eindeutig nach Kaffee. Dort erklärt Udo Weimar, der die Arbeitsgruppe für Sensorenforschung der Eberhard Karls Universität Tübingen leitet, warum das schwarze Gebräu aus beruflicher Sicht für ihn erledigt ist. Weimar entwickelt kleine Knöpfe und Plättchen mit sensorischen Fähigkeiten, die die verschiedensten flüchtigen Stoffe detektieren können. Doch "Kaffee ist ein echter 'bad case'", sagt Weimar. Dem komplexen Kaffeearoma sei mit den kleinen Detektoren einfach nicht beizukommen. Das gleiche gelte für das einzigartige Aroma von Parmaschinken oder den klassischen Neuwagen-Geruch. So können weder Kaffeeröstereien noch Fleischindustrie oder Autohersteller auf geschulte Sensoriker verzichten, die sich durch viele Sorten Kaffee schlürfen, Schinkenscheiben verkosten und sich von der Rücksitzbank bis zum Armaturenbrett durchschnüffeln müssen.
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