
Autorin: Erika Schow
Rätselhafte Wesen sind sie, die Katzen: wie sie da auf ihren Samtpfoten daherschleichen, unversehens aus dem Nichts auftauchen und schnurrend die Beine umstreichen, plötzlich und unerwartet mit scharfen Krallen zuschlagend. Versuche nur einer, sie zu zähmen oder gar sie dazu zu bewegen, nicht gerade das frischeste Bett als Schlaf- und das neueste Sofa als Krallenwetzplatz auszuwählen - er wird kläglich scheitern. Allein zu verstehen, welch hinterhältiger Plan jetzt in diesem Moment hinter den beiden schmalgeschlitzten Pupillen heranreift, hat wohl noch kein Mensch je vermocht.
Vermutlich wieder einmal in solchen Gedanken versunken, während seine silbergraue Schönheit durch das Labor streifte, blieb Erwin Schrödinger gar keine andere Wahl, als genau diese sphinxhafte, unergründliche Kreatur als Modell zu wählen. Als Modell in einem Gedankenexperiment, das bis heute zu den rätselhaftesten Dingen gehört, die die Wissenschaft zu bieten hat. Tot oder nicht tot – das ist hier die Frage. Rein mathematisch betrachtet, ist Schrödingers Katze gar beides zugleich - zumindest bevor man nachsieht, somit eine Messung vollzieht und das System auf einen der beiden Zustände gewissermaßen fixiert.
Was die "kleinen Größen" mit der Katze vorhaben - das lesen Sie in der gedruckten Ausgabe.
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