
Autorin: Julia Förster
Die meisten Menschen denken bei Monte Carlo an Formel 1, Spielcasino und Roulette. An Roulette denken Physiker auch - und an eine Simulation, mit der man fast alles fast ohne Mathematik berechnen kann.
Eine neue Simulation, eine lebenswichtige. Deine Rolle: ein Teilchen mit sehr viel Energie auf dem Weg in einen Patienten. Deine Aufgabe: Zerstöre den Tumor! Zunächst musst du in den Körper eindringen. Was passiert? Die Simulation weiß es: Deine Wahrscheinlichkeit, einfach geradeaus in den Körper einzudringen, beträgt 70 Prozent, die Wahrscheinlichkeit, dabei abgelenkt zu werden, beträgt 30 Prozent. Die Simulation würfelt. Oder, genau genommen: Sie erzeugt eine Zufallszahl zwischen Null und Eins. Bei Werten über 0,7 wirst du abgelenkt. Der "Würfel" fällt ... es ist die 0,8. Deshalb gleich die nächste Frage: Wie und warum wurdest du abgelenkt? Sicher ist - weiß die Simulation - dass mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein Prozess dahinter steckt, bei dem du in einem Atom im Körpergewebe ein Elektron auf einer unteren "Bahn" angeregt und dadurch Energie verloren hast. Mit 30-prozentiger Wahrscheinlichkeit war es ein Elektron auf einer höheren Bahn, mit 20-prozentiger Wahrscheinlichkeit hast du sogar ein Elektron ganz ausgeschlagen. Die Simulation weist den Ereignissen entsprechende Abschnitte auf einer Skala von 0 bis 1 zu - und würfelt die 0,6. Das heißt: die zweite Möglichkeit ist's gewesen. Nächste Frage: In welcher Richtung bist du jetzt unterwegs?
Über würfelnde Physiker und ihre Absichten erfahren Sie mehr in den gedruckten maßstäben.
Druckansicht,