
Autorin: Anne Hardy
Wenn die Fenster beschlagen sind und schon von weitem ein unangenehmes Rumoren zu jeder Tages- und Nachtzeit zu hören ist, dann ist es wieder soweit: Sergey Bogoslovsky und Martin Götz haben ihre Hexenküche angeschmissen. Die Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt sind dann tagelang dabei, für ihre Versuche die richtige Betriebstemperatur einzustellen. Allerdings bleibt die Küche der beiden Physiker kalt. Sehr kalt. Zum Vorkühlen nehmen sie zuerst flüssigen Stickstoff (Temperatur: 77 Kelvin bzw. -196 °C), dann flüssiges Helium (4,2 Kelvin). Doch "angerichtet" ist es erst, wenn die Temperatur so richtig im Keller ist, bei 20 Millikelvin. Dieses Kühlen, das erst mit einer Mischung und Entmischung von schwerem und leichtem Helium gelingt, ist eine Wissenschaft für sich, doch hier nur Vorbedingung für das Eigentliche: Die gesamte Kühlprozedur dient nur dazu, die kleinste logische Einheit, ein Bit, herzustellen. Dieses tiefgekühlte Bit ist jedoch eines der besonderen Art - ein Quantenbit. In den Computern von morgen wird es vielleicht der logische Grundbaustein für alle Rechenoperationen sein.
Die gedruckten maßstäbe nehmen Sie mit auf den Weg zum Quantencomputer.
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