
Autor: Jens Simon
1827 ist es soweit: Für das erste Foto der Welt (oder zumindest das älteste noch erhaltene Foto) lässt der Franzose Joseph Nicéphore Niépce acht Stunden lang Licht durch die kleine Öffnung seiner Camera obscura auf eine Zinnplatte, mit Bitumen als lichtempfindlicher Schicht, fallen. Louis Jacques Mandé Daguerre gelingt es kurze Zeit darauf, die Lichtempfindlichkeit enorm zu steigern: Das einfallende Licht schwärzt seine mit Jod bedampften Silberplatten bereits nach wenigen Minuten. Sind Niépces Heliographien oder die Daguerreotypien noch jeweils Unikate auf Metallplatten, so werden die Licht-Bilder mit William Henry Fox Talbot reproduzierbar. Talbot erfindet das Negativ-Positiv-Verfahren, bei dem von einem Negativ (noch aus Papier) beliebig viele positive Kontaktkopien hergestellt werden können. Seine Aufnahmen, die er "Photogenic Drawings" nennt, veröffentlicht er 1844 in dem Buch "The Pencil of Nature" - es ist das erste Buch überhaupt, das Fotografien enthält. Der Buchtitel hingegen drückt noch die Nähe zur Malerei aus.
Die Fotografie blieb bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine Kunst für wenige.
Wie sie zu einer Kunst für alle wurde, lesen Sie in den gedruckten maßstäben.
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