
Autor: Frank Grotelüschen
Wien, 9. Bezirk, Boltzmanngasse 5, das Universitätsinstitut für Experimentalphysik. Ein altehrwürdiges, Geschichte atmendes Gemäuer, im Treppenhaus die Inschrift: "Gebaut unter der Regierung seiner kaiserlichen und königlichen apostolischen Majestät des Kaisers Franz-Josef der Erste in den Jahren 1910-1912". Vor dem geistigen Auge zaubern gestrenge Professoren mit Doktorhüten wundersame Phänomene aus monströsen Versuchsapparaturen hervor. Doch der Schritt durch die Glastür im zweiten Stock bläst alle nostalgischen Anwandlungen hinfort. Frisch renovierte Büros, Labors mit Computern, metallischen Versuchsapparaturen und verwirrenden Arrangements aus Lasern, Linsen und Spiegeln. Sekretariat Arbeitsgruppe Professor Anton Zeilinger, steht an der Bürotür. Zeilinger, Jahrgang 45, ist der wohl prominenteste zeitgenössische Erforscher der Quantenwelt. Was Werner Heisenberg und Albert Einstein einst erdachten, setzt er in Experimente um. 1997 hat er - frei nach Enterprise-Manier - Lichtquanten gebeamt: Er teleportierte die Eigenschaften eines Lichtteilchens quer über den Labortisch - und zwar instantan, ohne jede Zeitverzögerung.
Wie ihm das gelangt? Lesen Sie es in den gedruckten maßstäben.
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