
Autorin: Erika Schow
Wie gut, dass wir die dunklen Zeiten hinter uns haben. Zeiten, als wir in muffigen Höhlen leben mussten, in ständiger Angst vor Säbelzahntigern und den Keulenhieben der Nachbarn. Oder das Mittelalter: Schwefelstinkende Alchimistenkammern, von farbigen, wabernden Rauchschwaden durchzogen. Wie gut, dass es seit der Aufklärung ständig aufwärts gegangen ist mit der Erleuchtung der Menschheit. Einer unserer größten Träume hat sich erfüllt: Wir haben die Dunkelheit ausgelöscht. Licht, oh Licht! Du vertreibst unsere Angst, minderst unsere Schwermut, verscheuchst den nächtlichen Einbrecher (wenn auch nicht Nachbars Katze, die zum wahren Fan des Bewegungsmelders geworden ist). Licht, du lässt uns noch auf dem dunkelsten Parkplatz unser Auto wiederfinden (vorausgesetzt, die Diodentaschenlampe ist in der Handtasche zu finden). Unser nächstes Auto wird Scheinwerfer haben, die um die Kurve leuchten. Und gerade ist es Ärzten gelungen, auch den hintersten Winkel des menschlichen Körpers, den Dünndarm, zu erhellen: Der Patient schluckt eine kleine Kapsel, die ständig ihren Aufenthaltsort nach außen funkt - und das Innere des Körper öffnet sich wie ein Buch. Nichts mehr liegt im Dunklen, alles ist licht und klar. Die Welt ist in Ordnung.
Die ganze Welt? Nein, einige Geschöpfe wagen sich zu widersetzen. Mehr darüber lesen Sie in den gedruckten maßstäben.
Druckansicht,