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Physikalisch-Technische Bundesanstalt

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maßstäbe Heft 2
Größen des Sports

Das Eckige muss ins Runde

Autor: Jens Simon

Was einem Fußballprofi so vor die Füße kommt, ist nicht einfach ein Ball. Mit einem schnöden Ball, gar noch aus Leder, mussten die Altvorderen wie Fritz Walter oder Uwe Seeler spielen. Was dagegen die Beckhams, Figos und Zidanes da am Gegner vorbei dribbeln, um Mauern herum zirkeln und mit dem Kopf ins Tor hinein wuchten, ist ein Hightech-Produkt aus Kunststoff. Der Ball von heute stammt aus dem Labor.

Und tatsächlich! Ein Türschild "Ball-Labor" auf dem Firmengelände von adidas im fränkischen Scheinfeld weist darauf hin, dass Fußbälle nicht nur zum Treten, sondern auch zum Forschen gut sind. Eine Mannschaft von Labortechnikern und Ingenieuren geht hier, nach der verbalen Steilvorlage von Uwe Seeler, wonach das Geheimnis des Fußballs ja der Ball sei, den Bedingungen des Balls nach. Bedingungen übrigens, die vorwiegend in den verwendeten Materialien und ihrer Verarbeitung liegen. Diese Materialien sind im Wesentlichen Kunststoffe, so genannte Polymere. Eine Werkstoffgruppe mit schönen, aber zugleich komplizierten Eigenschaften. Oder wie es Marcus Kürner, Laborleiter des Ball-Labors sagt: "Wer mit polymeren Werkstoffen arbeitet, betreibt immer auch Alchemie." So wundert es nicht, dass am fertigen Objekt geprüft sein will, was die Materialforscher ausgetüftelt haben, und im Zentrum des Ball-Labors eine Art Zirkel-Training für Bälle steht: eine Teststrecke, die jeder Ball, der seriöses Spielgerät sein will, zu überstehen hat. Erst wenn der Prototyp eines neuen Balls alle Tests erfolgreich bestanden hat, läuft die Massenproduktion an, die sich,- wie im Falle des neuen Balls für die Fußballweltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea, auf rund 800 Stück pro Tag beläuft.

Ein kleines Zirkeltrainig? Können Sie haben - wenn Sie die gedruckten maßstäbe lesen.

 

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© Physikalisch-Technische Bundesanstalt, letzte Änderung: 2011-11-17, WEB-Redaktion Seite drucken DruckansichtPDF-Export PDF