Albert Einstein (1879 – 1955)
1. Warum haben Sie sich für ein Physikstudium entschieden? Einsteins Pläne (im Alter von 16 Jahren): "Wenn ich das Glück habe, meine Prüfungen zu bestehen, möchte ich nach Zürich gehen. Ich möchte dort vier Jahre lang Mathematik und Physik studieren. Dann möchte ich Lehrer auf jenen Gebieten der Naturwissenschaft werden, wobei ich ihren theoretischen Teil wählen werde. Die folgenden Gründe führen mich zu diesem Plan: Zunächst einmal meine Neigung zu abstraktem und mathematischem Denken und mein Mangel an Phantasie und praktischen Fähigkeiten.[...] Darüberhinaus hat die wissenschaftliche Tätigkeit eine gewisse Unabhängigkeit, die mir sehr gefällt."
2. Wo haben Sie Physik studiert? In der Schweiz, in Zürich
3. Haben Sie in der Schule ein physikalisches Experiment erlebt, das Sie besonders beeindruckt hat? "Ein Wunder erlebte ich als Kind von 4 oder 5 Jahren, als mir mein Vater einen Kompaß zeigte [...]. Da mußte etwas hinter den Dingen sein, das tief verborgen war."
4. Ihr physikalisches Aha-Erlebnis? "Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Wissenschaft und Kunst steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern oder staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen."
8. Hatten Sie je einen Chemiebaukasten? Vermutlich nicht. Lieblingsbeschäftigung als Kind: Bauen von Kartenhäusern.
9. Woran erkennt man eine/n PhysikerIn? Den theoretischen Physiker zeichnet ein "eigentümlicher Mangel an Anpassungsfähigkeit" aus.
10. Ihre Tipps für angehende Physikstudenten? "Zum Wesen einer wertvollen Erziehung gehört es [...], daß das selbständige kritische Denken im jungen Menschen entwickelt wird, eine Entwicklung, die weitgehend durch Überbürdung mit Stoff gefährdet wird (Punkt-System). Überbürdung führt notwendig zu Oberflächlichkeit und Kulturlosigkeit. Das Lehren soll so sein, daß das Dargebotene als wertvolles Geschenk und nicht als saure Pflicht empfunden wird."
13. Verstehen Sie die Quantenmechanik? "Der Gedanke, dass ein einem Strahl ausgesetztes Elektron aus freiem Entschluß den Augenblick und die Richtung wählt, in der es fortspringen will, ist für mich unerträglich. Wenn schon, dann möchte ich lieber Schuster oder Angestellter einer Spielbank sein als Physiker." Und doch hat sich Einstein zeitlebens mit der Quantentheorie beschäftigt, schwankte aber in der Einschätzung ihrer Bedeutung.
14. Was sind Lichtquanten? "Die ganzen fünfzig Jahre bewußter Grübelei haben mich der Antwort der Frage "Was sind Lichtquanten?" nicht näher gebracht."
17. Beherrschen Sie ein Musikinstrument? "Ich spiele Violine und improvisiere zur Zeit täglich am Klavier."
21. Eine gute Messung wird stets sehr sorgfältig, ja fast feierlich
durchgeführt. Ist diese Zeremonie einer heiligen Handlung vergleichbar? "Sie werden schwerlich einen tiefer schürfenden wissenschaftlichen Geist finden, dem nicht eine eigentümliche Religiösität eigen ist...Seine Religiösität liegt im verzückten Staunen über die Harmonie der Naturgesetzlichkeit, in der sich eine so überlegene Vernunft offenbart, daß alles Sinnvolle menschlichen Denkens und Anordnens dagegen ein gänzlich nichtiger Abglanz ist."
28. Welche(n) PhysikerIn bewundern Sie? Niels Bohr! "Er ist ein wahrhaft genialer Mensch, ein Glück, dass es so etwas überhaupt gibt. Ich habe alles Vertrauen zu seinen Gedankengängen... Er äußert seine Meinungen wie ein ständig Suchender und nicht wie einer, der sich im Besitz endgültiger Wahrheiten glaubt."
30. Goethes angeblich letzten Worte lauteten "mehr Licht!" Was sollte Ihre letzte Messung sein? Einstein lehnte trotz starker Schmerzen Morphiuminjektionen ab und suchte sein Sterben soweit möglich bei klarem Bewußtsein zu erdulden. Beobachter bis zum Schluß..."Es ist Zeit zu gehen. Ich möchte dies elegant tun."
32. Es gab eine Zeit, in der physikalische Experimente plötzlich politisch hochbrisant wurden. Wie politisch kann Physik in Ihren Augen sein? "Hätte ich gewußt, dass es die Deutschen nicht schaffen würden, eine Atombombe herzustellen, ich hätte keinen Finger gerührt." (Und keinen Appell an den amerikanischen Präsidenten Roosevelt gerichtet, die Entwicklung der Atombombe zu forcieren.)
35. Versuchen Sie eine Definition: Zufall ist... nicht möglich: "Gott würfelt nicht."
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