
Rastersondenmikroskope machen die Oberflächen einzelner Atome sichtbar.
(Foto: PTB)
Atome "sehen" können! Die Überraschung, als dies Anfang der 80er Jahre gelang, war groß. Eine neue Mikroskopietechnik machte es möglich. Das 1981 entwickelte Rastertunnelmikroskop arbeitet nicht mit Linsen oder anderem optischem Gerät, sondern tastet nahezu unsichtbar strukturierte Oberflächen genauestens mit einer Sonde ab, die jedoch die Oberfläche der Probe nicht berührt. Zwischen der Spitze der Nadel und der Fläche fließt ein Strom, der mit den Erhebungen und Vertiefungen des Materials variiert. Die Elektronen der Oberflächenatome "durchtunneln" den Luftraum zwischen der Nadelspitze aus Platin oder Wolfram und der Probenoberfläche. Wie stark der Strom der Elektronen ist, bestimmt der Abstand zwischen Fläche und Messinstrument. Ein Computer stellt die Daten dann in einem Bild der Oberfläche dar.
1986 erhielten Gerd Binnig und Heinrich Rohrer den Nobelpreis für dieses sensible Instrument. Übrigens lassen sich mit dem Rastertunnelmikroskop die Atome berühren und sogar einzeln verschieben. Eine Weiterentwicklung ist das Rasterkraftmikroskop, das auch Proben vermessen kann, die nicht elektrisch leitfähig sind.
Druckansicht,