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Physikalisch-Technische Bundesanstalt

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Die Wiederentdeckung des Wohlklangs
Hermann-von-Helmholtz-Symposium 2002
Zeit: 15.15 Uhr

Dr. Friedrich E. Blutner,
Geschäftsführer Synotec Psychoinformatik GmbH

Die Wiederentdeckung des Wohlklangs

Das Ohr besitzt unter allen fünf Sinnen eine einzigartige Zwischenstellung zwischen den Fernsinnen "Sehen" und "Riechen" sowie den Nahsinnen "Tasten" und "Schmecken". Hieraus resultiert seine "moderierende" und "kommunikative" Funktion: Es sorgt für die Harmonie im Orchester der Sinne, vermittelt Orientierung und direkte sinnliche Erfahrung. Es vermittelt zwischen den Sinnen, zurückhaltend und ohne Dominanz. Es steht deshalb in einer vermutlich besonders engen Beziehung zur multisensorischen Wahrnehmung.

Auf dem Weg ins Zeitalter der multimedialen Information vollzieht sich ein von vielen bisher kaum beachteter Vorgang von großer Bedeutung: Das Primat des Sehens wird abgelöst von einer multisensorisch geprägten Kultur. Im Gefolge dieser Entwicklung vollzieht sich auch eine Wandlung bezüglich der Kommunikation eines Industrieprodukts: Die Gestaltung des Klangs hält Einzug in den Alltag. Klang ist nicht mehr nur Symptom oder Begleiterscheinung für die Funktion eines Produkts. Klang wird zum emotionalen Ausdruck für den inneren Wert, den das Produkt für den Benutzer hat. Die Wiederentdeckung des Wohlklangs hängt eng mit der Rolle des Ohrs im Orchester der Sinne zusammen. An Beispielen werden einige grundsätzliche Wirkungsmuster des Schalls illustriert und Ansätze einer kontextsensitiven Metrik aufgezeigt: Fühlen oder messen? Aus Sicht des Hörsinns resultiert eher ein integratives Konzept, also Fühlen und messen!


© Physikalisch-Technische Bundesanstalt, letzte Änderung: 2011-11-17,  Seite drucken DruckansichtPDF-Export PDF