In einem Kooperationsprojekt der PTB mit der Charité-Universitätsmedizin Berlin wurde bei Patienten mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose (MS) mittels Hochfeld-Magnetresonanzspektroskopie die Konzentration des Neuronenmarkers N-Acetylaspartat (NAA) in drei Gehirnregionen bestimmt und mit einem in der PTB entwickelten Auswerteverfahren quantifiziert. Zudem wurde an der Charité mit der optischen Kohärenztomografie die Schichtdicke der retinalen Nervenfasern als Maß für die Schädigung des vordersten Teils der Sehbahn gemessen. Die Ergebnisse wurden mit Magnetresonanztomografie-Aufnahmen verglichen, die den Anteil des Hirngewebes am Hirngesamtvolumen („brain parenchymal fraction“, BPF) zeigten und so Auskunft über den allgemeinen Verlust von Gehirnsubstanz gaben. Es zeigte sich, dass alle drei Parameter für den visuellen Cortex miteinander korrelieren, also jenen Teil des Gehirns innerhalb der grauen Gehirnsubstanz, der fürs Sehen zuständig ist. In einem kombinierten Modell ermöglichen Messungen des Markers NAA im visuellen Cortex und des BPF unabhängig voneinander Aussagen über die retinale Nervenfaserschichtdicke – oder umgekehrt. Die mit diesem neuen multimodalen Ansatz ermittelten Ergebnisse könnten die Verlaufskontrolle der Krankheit verbessern.
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