Die PTB liefert Referenzwerte für Ringversuche zum Kleinen Blutbild, die von der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V. (DGKL) und dem Institut für Standardisierung und Dokumentation im medizinischen Laboratorium e.V. (INSTAND) veranstaltet werden.
Vergleichsmessungen bei Ringversuchen zum Kleinen Blutbild dienen einer externen Qualitätssicherung hämatologischer Laboratorien und sind nach der Richtlinie der Bundesärztekammer (RiliBÄK)1 zur Qualitätssicherung quantitativer laboratoriumsmedizinischer Untersuchungenvorgeschrieben.
| Messgröße | Kurz- zeichen | Formel- zeichen | Messbereich | Einheit | Erweiterte Mess- unsicherheit (k = 2) |
| Erythrozyten- konzentration in Blut | RBC | CEry | 0,5 bis 7 | pL-1 | 1,5 % |
| Leukozyten- konzentration in Blut | WBC | CLeu | £ 5 5 bis 50 | nL-1 | 0,2 nL-1 4 % |
| Thrombozyten- konzentration in Blut | Plt | CThr | £ 30 30 bis 1000 | nL-1 | 3 nL-1 10 % |
| Hämoglobin- konzentration | Hb | bHb | 2,5 bis 25 | g dL-1 | 1,5 % |
| Hämatokrit (Volumenanteil der Erythrozyten im Blut) | Hkt | jEry | 0,1 bis 0,7 | L / L | 1,5 % |
| Mittleres Erythrozyten- volumen | MCV* | VEry | 50 bis 150 | fL | 2,1 % |
| Mittlere Hämoglobin- konzentration der Erythrozyten | MCHC* | bHb je Ery | 25 bis 40 | g dL-1 | 2,1 % |
| Mittlere Hämoglobin- masse der Erythrozyten | MCH* | mHb je Ery | 20 bis 40 | pg | 2,9 % |
Die mit * gekennzeichneten Parameter werden als Erythrozytenindices bezeichnet und berechnet aus der Konzentration der roten Blutzellen, der Hämoglobinkonzentration und dem Hämatokritwert. Die Kurz- und Formelzeichen sind DIN 58932-2 entnommen.
Als Messverfahren zur Konzentrationsbestimmung der roten Blutzellen (Erythrozyten) , der weißen Blutzellen (Leukozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten) wird die
Durchflusszytometrie eingesetzt. Dabei wird zunächst eine Messsuspension geeigneter Konzentration durch gravimetrische Verdünnung der Blutprobe hergestellt. Die Konzentration C = N / { V f } der Zellen wird durch Zählung der Anzahl N der Zellen in der Messsuspension in einem definierten Volumen V unter Berücksichtigung des Volumenanteils f der Ausgangsprobe in der Messsuspension bestimmt. Das Volumen der Messsuspension wird durch Wägung oder durch die Verwendung gravimetrisch kalibrierter Spritzen ermittelt. Zur Bestimmung der Hämoglobinkonzentration (Hb) werden durch eine Konversionslösung die roten Blutzellen zerstört und die verschiedenen Hämoglobinverbindungen im Blut in Cyanhämiglobin umgewandelt. Aus dem photometrisch gemessen spektralen Absorptionsmaß dieser Lösung wird die Konzentration des Hämoglobins im Blut berechnet.
Der Volumenanteil der roten Blutzellen im Blut (Hkt) ergibt sich nach Zentrifugation einer Kapillare mit Blut durch die relative Höhe der Säule der Zellen bezüglich der Gesamthöhe der Blutsäule.
Als Grundlage zur Bestimmung der Referenzwerte werden die vom Arbeitsausschuss Hämatologie erstellten Normen des Deutschen Institutes für Normung e.V. angewendet.
Neben der Ermittlung von Referenzwerten zum Kleinen Blutbild werden im Arbeitsgruppe 8.32 der PTB Reagenzien hinsichtlich Ihrer Eignung zur Herstellung von Kontrollblutproben2,3 sowie Kalibrationsmaterialien, zum Beispiel zur Konzentrationsbestimmung von Lymphozyten-Subpopulationen4, untersucht.
Das mittlere Erythrozytenvolumen VEry ist der Quotient aus dem Hämatokritwert und der Erythrozytenkonzentration
| VEry = { jEry / CEry }, |
die mittlere Hämoglobinmasse mHb je Ery eines Erythrozyten folgt aus dem Quotienten der Massenkonzentration des Hämoglobins und der Erythrozytenkonzentration im Blut
| mHb je Ery = { bHb / CEry }, |
die mittlere Erythrozyten-Hämoglobinkonzentration bHb je Ery erhält man aus dem Quotienten der Massenkonzentration des Hämoglobins und dem Hämatokritwert
| bHb je Ery = { bHb / jEry }. |
Die folgenden Normen wurden vom Arbeitsausschuss C6 "Hämatologie" des Normenausschuss Medizin (NAMed) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V. unter Mitwirkung der PTB erstellt:
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