Salinität ist ein Maß für den Salzgehalt in Meerwasser, das über die Leitfähigkeit definiert ist und ine der wichtigsten Beobachtungsgrößen in der Ozeanographie darstellt. Das 230. PTB Seminar "Leitfähigkeit und Salinität" hat Experten aus der Ozeanographie und der Metrologie eine Plattform geboten, ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte mit Bezug zur Salinität vorzustellen. Intensiv wurden dabei insbesondere Fragen der Rückführbarkeit und der Messunsicherheit diskutiert, mit dem Ziel metrologische Aspekte verstärkt in der ozeanographischen Forschung zu berücksichtigen.

Salinität, ein Maß für den Salzgehalt in Seewasser, ist eine der wichtigsten Eingangsgrößen in ozeanographische Modelle. Temperatur, Druck und Salinität werden benötigt um die Dichte von Seewasser zu berechnen. Die globalen Meerwasserströme, die von Dichteschwankungen angetrieben werden, haben einen großen Einfluss auf das Weltklima. Die Salinität ist daher eine der wesentlichen Klimavariablen, die im Global Climate Observation System (GCOS) weltweit unter Beobachtung stehen.
Die elektrolytische Leitfähigkeit ist eine physikalische Größe, die vom Anteil gelöster Salze im Meerwasser abhängt. Die UNESCO hat daher 1978 die so genannte Praktische Salinitätsskala (PSS-78) in Kraft gesetzt, die die Grundlage für eine international akzeptierte Methode bildet, die Salinität aus Messungen der Leitfähigkeit von Meerwasser zu berechnen. Diese Skala ist jedoch nicht auf SI Einheiten zurückgeführt. Aus diesem Grund wurde die Rückführbarkeit der Salinitätsbestimmung in einer ersten EUROMET Studie untersucht (EUROMET Projekt 918).
Der Abschluss des Projekts war der Anlass, das 230. PTB-Seminar dem Thema "Leitfähigkeit und Salinität" zu widmen. Während des Seminars diskutierten Experten aus der Metrologie und der Ozeanographie über die Messung von für das Meerwasser relevanten Größen (Temperatur, Leitfähigkeit, Dichte und Salinität), die derzeitigen Referenzstandards für die Salinitätsbestimmung, die Thermodynamik von Meerwasser und natürlich die Ergebnisse des EUROMET Projekts. Insbesondere wurde die Expertise der Metrologen zur Rückführbarkeit, Unsicherheit und Vergleichbarkeit von Messungen sehr begrüßt und hat zu fruchtbaren Diskussionen geführt. Dies hatte zur Folge, dass weitere Kooperationen in Aussicht gestellt wurden, um metrologische Belange (insbesondere die Rückführbarkeit) in der ozeanographischen Forschung zu berücksichtigen.
Programm-Flyer / Program
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Vorträge / Lectures
Opening (K.D. Sommer, PTB / Head of Division 3)
Metrolgy in Chemistry (B. Güttler, PTB / Head of department 3.1)
Thermodydamics of water, vapour and seawater (R. Feistel, Institut für Ostseeforschung Warnemünde)
An overview of the IAPSO standard seawater (P.S. Ridout, Ocean Scientific International Ltd.)
Measurement uncertainty in interlaboratory comparisons of seawater conductivity samples (K.-D. Sommer (PTB / Head of Devision 3), P. Spitzer / S. Seitz, PTB)
Traceable measurement of conductivity and its relation to salinity, (P. Spitzer / S. Seitz PTB)
Temperature measurements according to the International Temperature Scale of 1990 (ITS-90) and associated uncertainties (S. Rudtsch, PTB)
IUPAC project on metrological traceability of measurement results in chemistry, a general approach for all measurement types (P. de Bievre)
Conductivity measurements - main problems and some possible ways of accuracy improving (M. Surdu, Institute of Electrodynamics NASU / Kiew)
Experiences with novel secondary conductivity sensors within the German Calibration Service (U. Breul, Zentrum für Messen und Kalibrieren, Sachsen-Anhalt)
Optical refractometry method -scientific motivation
in the context of marine research and possible technical realisations (C. Waldmann, University of Bremen/MARUM)
Determination of water density: Limitations at the uncertainty level of 1 ppm (H. Wolf, Physikalisch-Technische Bundesanstalt)
Bilder / Pictures (JPEG)
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