Für die Messung der HF-Dämpfung bis 30 dB werden koaxiale- und Hohlleitermessplätze höchster Präzision für Frequenzen bis 40 GHz betrieben, die nach dem Prinzip der Leistungsverhältnis-Methode arbeiten. Es handelt sich hier im Prinzip um ein Gleichleistungs-Substitutionsverfahren, bei dem die HF-Leistungen mit und ohne zu prüfendem Dämpfungsglied mit Hilfe einer selbstabgleichenden Bolometerbrücke gemessen werden und aus dem Verhältnis der Leistungen die gesuchte Dämpfung ermittelt wird.
Die Dämpfung von koaxialen Dämpfungsgliedern bis 100 dB im Frequenzbereich bis 26,5 GHz (bis 120 dB im Frequenzbereich bis 1,2 GHz) und Hohlleiter-Dämpfungsgliedern bis 60 dB im Frequenzbereich von 8,2 GHz bis 18 GHz wird mittels Hochfrequenz-Serien-Substitution durch Vergleich mit kaskadierten kalibrierten Dämpfungsgliedern ermittelt.
| Hochfrequenz-Dämpfungs-Normalmessplatz |
Bei allen Dämpfungsmessungen tritt wegen der vorhandenen Reflexion von Messgenerator und Messempfänger ein zusätzlicher Unsicherheitsanteil auf. Deshalb muss bei allen Messverfahren für jede Messfrequenz eine Anpassung des Einfügepunktes mit Hilfe geeigneter Abstimmvorrichtungen ("Tuner") unter Einsatz eines Reflektometers vorgenommen werden. Nur so ist kleinstmöglichste Messunsicherheit gewährleistet.
Dämpfungsmessungen mit etwas größerer Unsicherheit können auch mit einem kommerziellen Dämpfungsmessplatz oder mit einem Netzwerkanalysator vorgenommen werden; beide Geräte sind an die oben beschriebenen Dämpfungsmessplätze angeschlossen.
Mess- und Kalibriermöglichkeiten für HF-Dämpfung
Dirk Schubert
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