Drehmoment-Normalmesseinrichtungen stellen die höchsten nationalen Normale für die physikalische Größe Drehmoment dar. In ihnen wird die Einheit des Drehmomentes - das Newtonmeter - für die statische Anwendung mit diskreten Werten im Messbereich von 1 mN·m bis 20 kN·m sowie kontinuierlich mit höherer Messunsicherheit auch bis 1,1 MN·m realisiert.
Es werden messtechnische Grundlagen der Darstellung von Drehmomenten erforscht, neue Prinzipien untersucht und in Messeinrichtungen realisiert.
Zur Untersuchung des Einflusses der Messmethode auf die Messunsicherheit von Vergleichsverfahren sind zwei Kalibriereinrichtungen mit Messbereichen von 0,01 N·m bis 20 N·m bzw. von 1 N·m bis 5 kN·m im Einsatz. Die Anwendungsgebiete reichen von handbetätigten Drehmomentwerkzeugen über Drehmomentschlüssel bis hin zu Drehmomentaufnehmern.
Tretkurbelergometer gelten nach dem Medizinproduktegesetz als "Medizinprodukte mit Messfunktion". Gemessen wird dabei die vom Patienten aufgebrachte rotatorische Leistung als Produkt aus momentaner Drehzahl und wirkendem Drehmoment. Das Normal, auf das alle kalibrierten Ergometer letztlich zurückgeführt werden, wird von der Arbeitsgruppe betrieben.
Internationale Vergleichsmessungen werden mit Transfernormalen im Messbereich 0,1 N·m bis 20 kN·m (im erweiterten Messbereich bis 50 kN·m) durchgeführt. Es werden Bezugsnormale von Kalibrierlaboratorien angeschlossen und die kleinste Messunsicherheit dieser Bezugsnormale wird ermittelt. Drehmomentmessketten zur Überwachung nachgeordneter Kalibriereinrichtungen einschließlich Referenzdrehmomentschlüssel werden kalibriert.
Zur Weitergabe der Einheit des Drehmomentes verwendet man Transfernormale, deren messtechnische Eigenschaften und speziell ihre Kurz- und Langzeitstabilität hinreichend bekannt sind; mit Hilfe von Mehrkomponentenaufnehmern ist es möglich, in Kalibriereinrichtungen vorhandene mechanische Störkomponenten, die die Messunsicherheit der Kalibrierung von Drehmomentmessgeräten beeinflussen, zu bestimmen.
Die Normung ist notwendig, um die Gleichartigkeit der Prüfverfahren und die Vergleichbarkeit und Gleichwertigkeit der auf verschiedenen Anlagen gewonnenen Messergebnisse zu gewährleisten.
Kalibrierlaboratorien werden im Auftrag der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) im Rahmen von Akkreditierungsverfahren begutachtet. Drehmomentlaboratorien von Industrieunternehmen und Materialprüfanstalten erfahren im Fachausschuss "Drehmoment" des Deutschen Kalibrierdienstes (DKD) fachliche Beratung und messtechnische Unterstützung.
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