Eine Waage dient zur Bestimmung der Masse eines Körpers, oder mit der Masse verbundener Größen wie Volumen oder Dichte. Massebestimmungen spielen in vielen Bereichen eine bedeutende Rolle, insbesondere und für jeden sichtbar in Produktion und Handel. Beispielsweise übersteigt der Wert der in der Bundesrepublik Deutschland jährlich über Wägungen abgerechneten Waren eine Billion DM.
Die Erscheinungsform von Waagen ist außerordentlich vielfältig. Unabhängig voneinander können Waagen nach Bau- und Funktionsweise sowie nach Anwendungszweck charakterisiert werden. Ferner unterscheiden sich Waagen nach ihren Eigenschaften wie Genauigkeit oder Höchstlast. Mikrowaagen erreichen eine Auflösung von 0,001 mg bei einer Höchstlast von etwa 5 Gramm, und manche Fahrzeugwaagen sind für eine Höchstlast von mehr als 100 Tonnen bei einer Auflösung von bis zu 3000 Teilen ausgelegt.
Nichtselbsttätige Waagen sind jedem aus
Handel und Heimgebrauch vertraut. In ihrer Funktionsweise sind diese Waagen auf Bedienpersonal angewiesen. Zur Grobeinteilung der Genauigkeit einer nichtselbsttätigen Waage haben sich in Europa die
Genauigkeitsklassen I (Feinwagen) bis IIII (Grobwaagen) durchgesetzt.
Bei selbsttätigen Waagen läuft die Wägung automatisch ab und wird immer wieder neu eingeleitet. Selbsttätige Waagen leisten einen maßgeblichen Beitrag zur
Automatisierung industrieller Produktion. Es handelt sich meist um komplexe Systeme, oft um Unikate.
Anwendungen für nichtselbsttätige Waagen
Anwendungen für selbsttätige Waagen
Zum Schutze der Verbraucher und im Interesse eines fairen Handelsverkehrs sind die Anforderungen an Waagen gesetzlich geregelt. Dies geschieht in der Eichordnung für folgende Anwendungsgebiete:
Alle anderen Waagen, zum Beispiel Haushaltswaagen, unterliegen keiner gesetzlicher Mindestanforderung. Es ist die Aufgabe der Eichbehörden (Ersteichung und Nacheichung jeder einzelnen Waage) und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (im Rahmen von Bauartzulassungen), die Einhaltung dieser Mindestanforderung zu prüfen.
Manfred Kochsiek (Hrsg.), Handbuch des Wägens, 2. Auflage, Vieweg (1989).
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