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Physikalisch-Technische Bundesanstalt

EMRP (A programme of EURAMET) > Sicherstellung der Einhaltung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie
Sicherstellung der Einhaltung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie

Traceable measurements for monitoring critical pollutants under the European Water Framework Directive (WFD-2000/60/EC)

Die europäische Wasserrahmenrichtlinie soll sicherstellen, dass europaweit bis zum Jahr 2015 saubere Oberflächen-, Grund- und Küstenwässer vorhanden sind. Die Richtlinie gibt Grenzwerte für die wichtigsten Schadstoffe im Wasser vor. Zur flächendeckenden Schadstoffüberwachung wird ein europäisches Messnetz benötigt, das durch eine rückführbare metrologische Infrastruktur unterstützt wird. Hierzu gehört auch die Bereitstellung von Referenzmaterialien und international anerkannten Referenzmethoden.

Die Arbeiten im Projekt werden zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie beitragen. So sollen unter anderem Extraktionsverfahren und Probenvorbereitungstechniken für die Festphasenextraktion, die klassische Flüssig-Flüssig-Extraktion sowie die relativ neue Methode der Festphasenmikroextraktion entwickelt werden sowie Methoden für die Bestimmung von Analyten in Verbindung mit Schwebstoffen, Huminsäuren und Kolloiden in wässriger Phase. Die Arbeiten konzentrieren sich auf die anerkanntermaßen gesundheitsschädliche Substanz Tributylzinn,bromierte Diphenylether und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Eine zentrale Untersuchung umfasst die Wechselwirkung und Aufteilung von Schadstoffen in den verschiedenen aquatischen Kompartimenten durch Feldflussfraktionierung. Damit wird der Forderung nachgekommen, "Vollwasser-Proben" zu analysieren, d. h. Proben, die Schwebstoffe enthalten. Der Gesamtstoffgehalt und der Gehalt an Schadstoffen entsprechend den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie werden abhängig von Wasserfraktionen unterschiedlicher Größe und Art (z. B. organische Schwebstoffe, organisch und anorganisch reiche Kolloide) bestimmt. Aus diesen Daten kann eine Massenbilanz erstellt werden, und es lassen sich Informationen über Wechselwirkungen, biologische Verfügbarkeit und Mobilität der betreffenden Schadstoffe gwinnen.

Die PTB leitet eines der fünf technischen Arbeitspakete im Projekt. Inhalt des Arbeitspakets ist die Entwicklung validierter Messverfahren für polybromierte Diphenylether in realen Wasserproben für eine Nachweisgrenze unterhalb der Umweltqualitätsnorm von 0,5 ng/L, wie sie in der Wasserrahmenrichtlinie festgelegt ist. Polybromierte Diphenylether sind bromhaltige organische Chemikalien, die als Flammschutzmittel in vielen Kunststoffen und Textilien Verwendung finden. Die niedriger bromierten Diphenylether haben toxischen Charakter und sind möglicherweise karzinogen und hormonaktiv. Haupteintragspfade in die Umwelt sind die Verwendung von Klärschlamm als Dünger in der Landwirtschaft, Recyclingverfahren und die Deponierung.

Weitere Informationen über das Projekt und die Projektpartner:

link

später: www.emrp-waterframeworkdirective.bam.de

 

Ansprechpartner

Dr. Detlef Schiel
Tel.: 0531 - 592 3110
E-Mail: detlef.schiel@ptb.de


© Physikalisch-Technische Bundesanstalt, letzte Änderung: 2012-02-28,  Seite drucken DruckansichtPDF-Export PDF