zum Seiteninhalt

Physikalisch-Technische Bundesanstalt

ThemenrundgängeDie PTB im Dienst der Öffentlichkeit > Zulassung
Zulassung

Hochspannungswandler
zur Messung elektrischer
Energie werden in der
PTB in einem speziellen
Raum geprüft, der
vollständig mit Kupferblech
ausgekleidet ist.

Alle Messgeräte, die nach dem Eichgesetz für eichpflichtige Messungen verwendet werden, müssen geeicht sein. Die Eichung setzt in den meisten Fällen eine Bauartzulassung voraus, d.h. die Bauart – also nicht jedes Gerät einzeln, sondern ein typisches Exemplar – muss von der PTB zugelassen werden. Der Zulassungsablauf sieht folgendermaßen aus:Hochspannungswandler zur Messung elektrischer Energie werden in der PTB in einem speziellen Raum geprüft, der vollständig mit Kupferblech ausgekleidet ist.

Der Hersteller stellt einen Zulassungsantrag bei der PTB und reicht die erforderlichen technischen Unterlagen sowie in der Regel ein Mustergerät ein. Zulassungsunterlagen und Mustergerät werden vom zuständigen PTB-Fachlaboratorium nach den Vorschriften der Eichordnung geprüft. Wesentliche Aspekte sind hierbei die Messrichtigkeit und Messbeständigkeit. Es müssen die geltenden Anforderungen und Fehlergrenzen eingehalten werden, und zwar während einer gesetzlich vorgeschriebenen Zeitdauer, der so genannten Eichgültigkeitsdauer. Die Zulassungsprüfung beinhaltet messtechnische, technische und administrative Prüfungen. Zu den messtechnischen Prüfungen gehören u.a. Prüfungen unter Einflussfaktoren, wie Temperatur, Feuchte, Erschütterungen, Änderungen der Spannungsversorgung und elektromagnetische Felder. Bei den technischen Prüfungen, zu denen in zunehmendem Maße auch Softwareprüfungen gehören, wird untersucht, ob die Bedien-, Anzeige- und Abdruckfunktionen den Anforderungen genügen und das Gerät ausreichend gegen Bedienungsfehler und Manipulationen geschützt ist.

Etwa 20 Arbeitsgruppen der PTB befassen sich mit Zulassungsprüfungen von Messgeräten. Eine solche Prüfung dauert in der Regel höchstens drei Monate. Treten während der Zulassungsprüfung jedoch Probleme auf, kann das Zulassungsverfahren auch länger dauern und dazu führen, dass das eingereichte Mustergerät messtechnisch verbessert werden muss. In seltenen Fällen müssen Geräte sogar zurückgewiesen werden. Optimal ist es, wenn sich der Hersteller schon früh an die PTB wendet und sich bereits in der Entwicklungsphase über die gesetzlichen Anforderungen informiert. 

Stimmen
Benzinmenge
und Preis? - Ein Thema
bei der Bauartprüfung
von Zapfsäulen.

Die PTB steht für Beratungen im Vorfeld einer Zulassung gerne zur Verfügung, da sie sich als kundenorientierte, kompetente Gesprächspartnerin für die Industrie versteht.

War die Zulassungsprüfung erfolgreich, erhält der Antragsteller von der PTB einen Zulassungsschein und ein Zulassungszeichen, das auf allen Messgeräten an sichtbarer Stelle aufgebracht werden muss. Es gibt innerstaatliche und europäische Zulassungen; bei den europäischen Zulassungen unterscheidet man herkömmliche EWG-Zulassungen und EG-Bauartzulassungen nach dem neuen Ansatz der Europäischen Union, die zur Zeit nur für nichtselbsttätige Waagen möglich sind. Bei letzteren gibt es keine nationalen (innerstaatlichen) Zulassungen mehr.

Die Zulassungszeichen (bei innerstaatlichen und EWG-Zulassungen) bzw. die Zulassungsnummern (bei EG-Bauartzulassungen) enthalten Angaben zur Eichordnung, zur Messgeräteart, das Zulassungsjahr und eine laufende Nummer, das EWG-Zulassungszeichen bzw. die EG-Zulassungsnummer (Beispiel: D01-09-012) außerdem den Buchstaben "D" für Deutschland.

Die erteilten Bauartzulassungen werden vierteljährlich in den PTB-Mitteilungen, dem Amts- und Mitteilungsblatt der PTB veröffentlicht.

Nach der Zulassung

Achtung Geschwindigkeits-
kontrolle! Doch die PTB
sucht nicht nach
Verkehrssündern, sondern
testet Lichtschrankengeräte
unter praxisnahen Bedingungen.

Hat die Geräte-Bauart eine PTB-Zulassung, so muss anschließend jedes einzelne Gerät von der zuständigen Eichbehörde geeicht werden, bevor es beispielsweise im geschäftlichen Verkehr eingesetzt werden darf.

Allgemeine Zulassung

Für einfache mechanische Messgeräte sieht die Eichordnung ein vereinfachtes Verfahren vor: die allgemeine Bauartzulassung. Sie ist in bestimmten Fällen auch nach EWG- bzw. EG-Richtlinien vorgesehen. Der Hersteller kann für ein solches Gerät – ohne den Weg über die Bauartzulassung – direkt eine Eichung durch die zuständige Eichbehörde beantragen.


© Physikalisch-Technische Bundesanstalt, letzte Änderung: 2014-10-14, WEB-Redaktion Seite drucken DruckansichtPDF-Export PDF