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Physikalisch-Technische Bundesanstalt

FachabteilungenAbt. 4 Optik 4.4 Zeit und Frequenz4.42 ZeitübertragungVerbreitung der gesetzlichen Zeit > TV und LORAN
TV und LORAN

Bild: LORAN Signal des Senders Sylt

In der Vergangenheit spielte die Zeit- und Frequenzübertragung über LORAN und über Synchronisationsimpulse in Fernsehsignalen eine wichtige Rolle. Ersteres wurde mit dem Aufkommen von GPS immer weniger bedeutend, so dass die PTB die Ankunftszeiten der in Braunschweig empfangenen Signale des LORAN Senders Sylt nicht mehr regelmäßig publiziert. Die Werte sind auf Anfrage erhältlich. Allerdings werden die LORAN Sender in Europa und USA weiter betrieben und als "back-up" zu Satelliten-gestützten Navigationssystemen sogar ausgebaut. Informationen hierzu sind unter www.loran.org und www.nels.org zu finden.

Viele Jahre lang, insbesondere aber unmittelbar nach der Wiedervereinigung Deutschlands, waren Frequenzvergleiche mit UTC(PTB) über die Bildsynchronisationsimpulse im TV-Signals des ZDF für die Erhaltung der Mess-Infrastruktur in der Industrie der Neuen Bundesländern wichtig. In der Taktzentrale des ZDF wurden (und werden auch noch immer) der Farbträger und die im Fernsehsignal enthaltenen Synchronimpulse von einem Rubidium-Frequenznormal abgeleitet, dessen Ausgangsfrequenz durch Vergleich mit der empfangenen DCF77 Trägerfrequenz mit einer relativen Unsicherheit kleiner 1·10-11 an die Frequenz von UTC(PTB) angeschlossen ist. Die gegenwärtige Praxis der digitalen Übertragung des TV-Signals zwischen einzelnen Produktionsorten, der Sendezentrale und der teilweise digitalen Aussendung führt dazu, dass die Laufzeiten auf diesen Übertragungsstrecken nicht mehr konstante oder nur monoton veränderliche Größen aufweisen. Daher ist das Verfahren der TV-Frequenzvergleiche nur noch zeitweise und regional nutzbar und wird deswegen vermutlich weiter an Bedeutung verlieren. Von der PTB werden keine entsprechenden Daten mehr zur Verfügung gestellt.

Der digitale terrestrische Fernsehempfang, der in Deutschland nach und nach ausgebaut wird, erlaubt nicht einmal mehr die korrekte Übermittlung der Uhrzeit an den Zuschauer: Die Fernsehbilder werden mit einer Verzögerung von bis zu einigen Sekunden dargestellt.


© Physikalisch-Technische Bundesanstalt, letzte Änderung: 2010-03-12, Webmaster Abteilung 4 Seite drucken DruckansichtPDF-Export PDF